Reise blog von Travellerspoint

Paraguay

Über Asuncion nach Brasilien

sunny 20 °C
View the Map auf broschizzl's Reise-Karte.

large_IMG_4149.jpg

Wir verlassen Rosaleda mit kaputtem Stossdämpfer. In der Mennonitenkolonie Filadelfia gibt es eine VW-Werkstatt, jedoch müssen die meisten Teile aus der Hauptstadt Asuncion bestellt werden wie wir erfahren. So beschliessen wir am selben Tag die 400km weiter zu fahren.
In der Werkstatt in Asuncion erklären wir unser Problem und machen einen Termin für den nächsten Tag. Wiedereinmal begeben wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Von anderen Reisenden haben wir einen Tipp bekommen namens Hasta la Pasta. Ein Schweizer und eine Deutsche betreiben einen kleinen Campingplatz mit Bungalows und einer Teigwarenproduktion. Das Areal der beiden ist wunderschön, gepflegt und hat sogar einen Pool.
Da am nächsten Tag in der Werkstatt festgestellt wird, das der T4 ziemlich unüblich für Südamerika und die Ersatzteilbeschaffung doch schwieriger als gedacht ist, werden wir auf den nächsten Tag vertröstet und müssen unseren "Don Blanco" stehen lassen. Wir sind jedoch in Südamerika und da kann morgen auch schnell in einer Woche bedeueten. Wir wohnen in einem der Bungalows von René und Marion, die uns mit ihrem leckeren Essen verwöhnen. Als einige Tage später unser Stossdämpfer zwar nicht ausgetauscht aber repariert werden konnte, reisen wir glücklich weiter in Richtung Ciudad del Este und den Iguacu-Wasserfällen.
Bevor wir an diesem Tag zum kostenlosen Campingplatz im Itayupi-Reservat fahren, stoppen wir noch um Schweizer Käse zu kaufen. Kurz vor Ciudad del Este im Osten von Paraquay hat ein Waadländer eine Käsemanufaktur eröffnet und verkauft so ziemlich alles von Gruyère über Fondue bis Raclettkäse. Wir freuen uns unglaublich nach sechs Monaten wieder guten Käse zu essen!

Das Itayupi Reservat ist eines von 4 Naturschutzgebieten, welche die Betreiber des Itaipu Staudammes errichten mussten. Die Errichtung des Projektes ist und war sehr umstritten. Es hat die Umwelt unwiederruflich verändert. Einige Tausend Ureinwohner verloren ihre Heimat und etwa 40.000 Menschen grösstenteils Guarani Indianer mussten umgesiedelt werden. Grosse Flächen subtropischen Regenwaldes wurden abgeholzt und noch grössere Flächen verschwanden in den Fluten. Auch die Wasserfälle sete Quedas, die denen denen des Iguaçu nahezu ebenbürtig gewesen waren.
Bis zu 72 Stunden dürfen wir, nach dem unkomplizierten Einholen der Genehmigung, auf dem schönen aber zur Zeit vollkommen leeren Campingplatz bleiben. Wir entspannen einen Tag am Stausee und fahren weiter nach Brasilien. Die Grenzübertrittszeit wird noch einmal kürzer und schrumpft, da wir den Zoll in Paraquay irgendwie verpassen. Wir sind daher sehr zeitig und beschliessen die Iguaçu-Wasserfälle noch am selben Tag zu besuchen.

IMG_4039.jpgIMG_4042.jpgIMG_4043.jpg
IMG_4049.jpgIMG_4050.jpgIMG_4060.jpg
IMG_4025.jpgIMG_4086.jpgIMG_4098.jpg
IMG_4113.jpgIMG_4131.jpgIMG_4137.jpg

Eingestellt von broschizzl 06:41 Archiviert in Paraguay Kommentare (0)

Rosaleda - Schweizer in Paraquay

semi-overcast 24 °C
View the Map auf broschizzl's Reise-Karte.

large_IMG_3754.jpg

Obwohl uns wartenden LKW-Fahrer an der paraguayanischen Grenze schon vor langen Wartezeiten gewarnt haben, sind wir nach nur zehn Minuten wieder auf dem Weg. Im Gespräch am Zoll warnte uns einer der sehr freundlichen Chauffeure, vor der Strasse, welche in knapp hundert Kilometern extrem schlecht werden soll. Nach fünfzig Kilometern mit vielen Schlaglöchern überlegen wir, ob wir das falsch verstanden haben und es einfach hundert Kilometer schlechte Strasse sind. Doch nach weiteren 50 Kilometern merkten wir, dass wir die LKW-Fahrer keines falls falsch verstanden haben, denn die Strasse wurde noch schlechter. Von Schlaglöchern konnte man da nicht mehr reden. Es sind Schlaggruben, die quer über die Strasse gehen und, für uns, meist nur an einer Stelle, mit weniger als Schrittgeschwindigkeit passiert werden konnten. Nach einigen weiteren Kilometern kommen bis zu 500m lange Abschnitte dazu, die nur aus Schlamm und Spurrillen bestehen. Auch geht es nur langsam vorwärts und wir sind jedesmal heilfroh die andere Seite erreicht zu haben, ohne stecken zu bleiben. Nach dem wir in 4 Stunden auf der Hauptstrasse zwischen Bolivien und Paraguay nur 50km geschafft haben, halten wir an einer Holzkohlefabrik, wo uns die Arbeiter verständnisvoll einen Park- und Schlafplatz anbieten.

Am nächsten Tag werden die Strassenschäden weniger und wir erreichen unser Ziel, die Schweizer Kolonie Rosaleda. Es ist Siesta und wir beschliessen erstmal am Posthäuschen des Dorfes zu warten. Schon nach kurzer Zeit wird der erste Bewohner auf unser Schweizer Kennzeichen aufmerksam. Er heisst uns herzlich Willkommen im Dorf und schickt uns zum Bienen-Ernst, der sich immer über Besuch freut. Als wir den Hof erreichen, bekommen wir von ihm auch sofort das Angebot ein paar Tage zu bleiben. Wir nehmen gern an und können unseren mobilen Schlafplatz direkt in seinem wunderschönen Garten, neben den vielen bunten Vögeln parken.
In den nächsten Tagen erfahren wir viel über das Leben im Chaco. Der Chaco ist die Art Vegetation, die etwa die Hälfte von Paraguay ausmacht. Ein etwa fünf Meter hoher Busch in dem fast jedes Gewächs mit Dornen bestückt ist. Das Gebiet erstreckt sich etwa von Asuncion bis nach Bolivien. Mit viel mühevoller Arbeit haben sich die Schweizer Auswanderer hier einen Raum zum Leben und Arbeiten geschaffen. Viele betreiben Viehwirtschaft oder geniessen einfach ihre Pension in Paraguay.
Wir helfen bei Ernst auf der Estancia mit. Sind beim Viehtreiben durch den Busch dabei (Autsch!), beim Impfen der Tiere und haben Gelegenheit einer Notschlachtung nach indianischer Art und Weise beizuwohnen. Jeden Tag erfahren wir, beim gemeinsamen Essen oder in der Tereré-Pause, mehr über die Geschichte von Rosaleda. Nur wenige sind bis heute geblieben. Nach dem es sehr viele Interessenten beim ersten Treffen der auswanderungswilligen in der Schweiz gab und auch viele den Plan in die Tat umsetzten, sind viele wieder heimgekehrt. Mit den hohen Temperaturen im Sommer und der harten Arbeit sind nicht alle zurecht gekommen.
Wir lesen verschiedene Zeitungsartikel, welche die Rosaledaner als antiautoritäre Abenteurer darstellt, die sich nicht anpassen wollen. Wir lernen sie dagegen als sehr freundliche Menschen kennen. Sie haben den Wunsch nach etwas mehr Freiheit, als es für sie in der Schweiz möglich ist, in die Tat umgesetzt. Wir freuen uns über diese Erfahrung und die vielen spannenden Geschichten.
Nach ein paar Tagen bei Ernst, verlegen wir unseren Schlafplatz zu Mäse. Dieser führt die Landmaschinenwerkstatt des Dorfes und gleichzeitig betreibt er noch die Viehwirtschaft seines verstorbenen Freundes weiter. Zusammen mit seinen beiden Hunden führt er ein eher einsames Leben und freut sich sehr über unsere Gesellschaft. Auch er ist ein wundervoller Mensch mit sehr viel mehr Lebenserfahrung als sie die meisten überhaupt machen können. Er erzählt uns viel aus seinem Leben, in dem er in zwanzig Jahren als Montageleiter für verschiedene Firmen und Hilfsprojekte die ganze Welt bereist hat. Erfahrungen die uns sehr nachdenklich stimmen. Er berichtet von Zuständen auf Baustellen, die wir uns in Europa nicht vorstellen können und von unzähligen, wenig durchdachten Hilfsprojekten, die keinerlei Gewinn für die Zielgruppen brachten. In Europa wird von diesen Ergebnissen jedoch kaum berichtet.

Da wir so liebevoll und herzlich aufgenommen wurden, verlassen wir Rosaleda mit schwerem Herzen. Vielen Dank an die Rosaledaner für diese Zeit!

IMG_3759.jpgIMG_3767.jpgIMG_3776.jpg

IMG_3785.jpgIMG_3809.jpgIMG_3813.jpg

IMG_3826.jpgIMG_3827.jpgIMG_3831.jpg

IMG_3866.jpgIMG_3843.jpgIMG_3919.jpg

IMG_3922.jpgIMG_4005.jpgIMG_3880.jpg

IMG_3969.jpgIMG_4008.jpg270_IMG_3832.jpg90_IMG_3855.jpg

Eingestellt von broschizzl 05:27 Archiviert in Paraguay Kommentare (0)

(Einträge 1 - 2 von 2) Seite [1]