Reise blog von Travellerspoint

August 2014

Brasília

sunny 25 °C
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Wir erreichen Brasilia ein paar Tage vor Nadine und Christian nach recht interessanten 1000km auf brasilianischen Strassen und quartieren uns auf dem Camping der Jugendherberge ein. Die Stadt wurde auf dem Reisbrett entworfen, was man schon an der Verkehrsführung merkt. Vieles läuft hier anders, vor allem dann, wenn man auf die andere Strassenseite möchte. Nach ein paar Tagen hatten wir das aber ganz gut raus und wussten, das man erst am Ziel vorbei fahren, eine Wendestelle suchen und zum Schluss möglichst schnell die drei gegenläufigen Fahrspuren, beginnend mit der Überholüberholspur, überqueren muss. Manchmal ganz schon nervig, vor allem dann wenn auch noch Kreuzungen zu bestimmten Tageszeiten nicht in alle Richtungen befahrbar sind.
Die 4 Tage die wir noch auf unseren Besuch aus der Schweiz warten mussten, verbrachten wir mit den Besuchen von verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Sicher eines der eindrucksvollsten Gebäude in Brasilia ist das Amtes für auswärtige Angelegenheiten. Ein futuristisch anmutendes Bauwerk von Oscar Niemeyer . Aussen dominieren grosse, fast gothisch anmutende Rundbögen und der Fakt, das das Gebäude in einer Art Wasserbecken steht. Im inneren liegt der grösste säulenfreie Saal Brasilien und zwei wunderschöne, fast schwerelos wirkende Treppen. Hat man diese beiden überwunden und ist durch die unterschiedlich grossen Dinnerräume gegangen, steht man in einem wunderschönen, offenem Garten im zweiten Obergeschoss. Hier wird man, so denken wir gern empfangen.
In den Fenstern im Obergeschoss finden sich Einschusslöcher von Steinen. Sie sind Überreste von Protesten gegen die WM in Brasilien. Als wir das Gebäude verlassen, wird draussen lautstark demonstriert. Diesmal gegen die Aussetzung der Unterstützung Brasiliens an Israel.
Ebenfalls spannend war die Besichtigung des Palastes des Vizepräsidenten. Eigentlich sollte diese Besichtung durch den Wohnsitz des Präsidenten gehen, der war wohl aber Zuhause und hatte andere Pläne. Auch die Residenz des Vizepräsidenten wurde von Oscar Niemeyer gestaltet. Alles ist sehr offen gehalten und es gibt nur wenige Wände die den Blick auf den privaten See versperren. Eigentlich logisch bei 30° im brasilianischen Winter.

Als Nadine und Chrigi kommen ist die Freude riesig. Zusammen mit ihnen ziehen wir dann um ins Hotel und gehen gleich am ersten Abend Churrasco essen. Dieses brasilianische Essen basiert darauf, das die Kellner immer wieder mit verschiedenen Fleischspiessen an den Tisch kommen und etwas davon direkt auf die Teller schneiden. Der geschmackliche Höhepunkt für uns war Picaña (Rindhuftdeckel). Bei den Hühnerherzen waren wir uns nicht einig.
In den nächsten Tagen besuchten wir zu viert weitere Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch den Fernsehturm, welcher einen grandiosen Blick über den Plano Piloto ermöglicht. Der Plano Piloto ist das konstruierte Zentrum der Hauptstadt und heisst so, weil die zwei Hauptachsen der Stadt, von oben gesehen, an ein Flugzeug erinnern. An der Stelle wo der Betrachter dabei das Cockpit vermuten würde, stehen die wichtigsten Regierungsgebäude. Ursprünglich sollte es allerdings kein Flugzeug werden, dies wurde sogar erst gegen Ende der 3 jährigen Bauphase festgestellt. Der Kern des Konzepts wollte die neuentstehende Hauptstadt als Kreuz auf die Landkarte bringen, da aber nicht genügend Platz zur Verfügung stand, musste das Kreuz weiter an den See geschoben und die eine Achse gebogen werden. So entstand das was man heute als Plano Piloto kennt.
Ein paar Tage in Brasilia reichen uns dann aber auch und wir fuhren weiter nach Itumbiara zu Chrigis Onkel und Tante. Wo wir einige ruhige und gemütliche Tage mit viel Essen verbrachten.

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Eingestellt von broschizzl 12:39 Archiviert in Brasilien Kommentare (1)

Itaipu-Staudamm

overcast 18 °C
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Wir reisen nun weiter in Richtung der brasilianischen Hauptstadt Brasilia um Nadine und Christian (Schwester von Michèle und Freund der Schwester) zu treffen. Auf dem Weg machen wir noch einen Stopp am zweitgrössten Staudamm der Welt. Der Itaipu-Staudamm ist fast 8km lang und 200m hoch und das zugehörige Wasserkraftwerk versorgt Brasilien und Paraguay mit Energie. Wobei Brasilien den Grossteil der erzeugten Energie nutzt und sogar noch einen Anteil von Paraguay aufkauft. Insgesamt arbeiten in der Staumauer 20 Turbinen, von denen schon zwei bei voller Leistung den selben Durchfluss haben wie die Iguaçu-Wasserfälle. Wir fahren mit dem Touri-Bus nur einmal kurz die Fotostationen ab, da wir an diesem Tag noch 500km zu unseren nächsten Schlafplatz zu fahren haben.

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Eingestellt von broschizzl 09:40 Archiviert in Brasilien Kommentare (0)

Iguaçu-Wasserfälle

rain 17 °C
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Die Iguaçu-Wasserfälle liegen im gleichnamigen Naturschutzreservat im Länderdreieck von Paraguay, Argentinien und Brasilien und bieten, wie wir gehört haben, auf der brasilianischen Seite den eindrucksvollsten Anblick. Wir parken vor dem Besucherzentrum und werden, nach der Zahlung der nicht geringen Eintrittsgebühr mit dem Bus ins Reservat gefahren. Auf einer ca. 2km langen Wanderung, der kostengünstigsten Version des Besuchs, läuft man an den Wasserfällen vorbei und hat die Möglichkeit sie von einer Metallbrücke aus, auch von oben zu betrachten. Es sind unvorstellbare Wassermassen, die über die komplette Länge der Wasserfälle in nur einer Sekunde laufen. Auf dem Weg durch den Park betteln die fast handzahmen Nasenbären um Essen und durchsuchen die Mülleimer. Vom Füttern wird aber mit Fotos von Verletzungen strengstens abgeraten. Die braune Färbung des Wassers auf unseren Fotos kommt übrigens von der Erde, die von den Regenfällen in der vergangenen Nacht in den Fluss gespült wurde.
Als wir zurück auf dem Parkplatz sind, spricht uns John, ein Kolumbianer, an und empfiehlt uns einen Campingplatz direkt neben dem Reservat. Wir sind etwas skeptisch, da dieser nicht gerade einen gemütlichen Eindruck macht und beschliessen zuerst zur Jugendherberge mit Camping zu fahren. Da eine Nacht dort fast doppelt so viel kostet, kehren wir zurück zum Kolumbianer. Wieder einmal sind wir die einzigen Gäste ausserhalb der Saison und bekommen eine private Führung durch die Besonderheiten des Waldes auf dem Campingplatz. Auch wenn uns John unser neuer kolumbianischer Freund am Anfang etwas suspekt erscheint, verbringen wir mit ihm einen amüsanten Abend und bekommen einige Infos für den späteren Verlauf unserer Reise.

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Eingestellt von broschizzl 09:37 Archiviert in Brasilien Kommentare (0)

Über Asuncion nach Brasilien

sunny 20 °C
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Wir verlassen Rosaleda mit kaputtem Stossdämpfer. In der Mennonitenkolonie Filadelfia gibt es eine VW-Werkstatt, jedoch müssen die meisten Teile aus der Hauptstadt Asuncion bestellt werden wie wir erfahren. So beschliessen wir am selben Tag die 400km weiter zu fahren.
In der Werkstatt in Asuncion erklären wir unser Problem und machen einen Termin für den nächsten Tag. Wiedereinmal begeben wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Von anderen Reisenden haben wir einen Tipp bekommen namens Hasta la Pasta. Ein Schweizer und eine Deutsche betreiben einen kleinen Campingplatz mit Bungalows und einer Teigwarenproduktion. Das Areal der beiden ist wunderschön, gepflegt und hat sogar einen Pool.
Da am nächsten Tag in der Werkstatt festgestellt wird, das der T4 ziemlich unüblich für Südamerika und die Ersatzteilbeschaffung doch schwieriger als gedacht ist, werden wir auf den nächsten Tag vertröstet und müssen unseren "Don Blanco" stehen lassen. Wir sind jedoch in Südamerika und da kann morgen auch schnell in einer Woche bedeueten. Wir wohnen in einem der Bungalows von René und Marion, die uns mit ihrem leckeren Essen verwöhnen. Als einige Tage später unser Stossdämpfer zwar nicht ausgetauscht aber repariert werden konnte, reisen wir glücklich weiter in Richtung Ciudad del Este und den Iguacu-Wasserfällen.
Bevor wir an diesem Tag zum kostenlosen Campingplatz im Itayupi-Reservat fahren, stoppen wir noch um Schweizer Käse zu kaufen. Kurz vor Ciudad del Este im Osten von Paraquay hat ein Waadländer eine Käsemanufaktur eröffnet und verkauft so ziemlich alles von Gruyère über Fondue bis Raclettkäse. Wir freuen uns unglaublich nach sechs Monaten wieder guten Käse zu essen!

Das Itayupi Reservat ist eines von 4 Naturschutzgebieten, welche die Betreiber des Itaipu Staudammes errichten mussten. Die Errichtung des Projektes ist und war sehr umstritten. Es hat die Umwelt unwiederruflich verändert. Einige Tausend Ureinwohner verloren ihre Heimat und etwa 40.000 Menschen grösstenteils Guarani Indianer mussten umgesiedelt werden. Grosse Flächen subtropischen Regenwaldes wurden abgeholzt und noch grössere Flächen verschwanden in den Fluten. Auch die Wasserfälle sete Quedas, die denen denen des Iguaçu nahezu ebenbürtig gewesen waren.
Bis zu 72 Stunden dürfen wir, nach dem unkomplizierten Einholen der Genehmigung, auf dem schönen aber zur Zeit vollkommen leeren Campingplatz bleiben. Wir entspannen einen Tag am Stausee und fahren weiter nach Brasilien. Die Grenzübertrittszeit wird noch einmal kürzer und schrumpft, da wir den Zoll in Paraquay irgendwie verpassen. Wir sind daher sehr zeitig und beschliessen die Iguaçu-Wasserfälle noch am selben Tag zu besuchen.

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Eingestellt von broschizzl 06:41 Archiviert in Paraguay Kommentare (0)

Rosaleda - Schweizer in Paraquay

semi-overcast 24 °C
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Obwohl uns wartenden LKW-Fahrer an der paraguayanischen Grenze schon vor langen Wartezeiten gewarnt haben, sind wir nach nur zehn Minuten wieder auf dem Weg. Im Gespräch am Zoll warnte uns einer der sehr freundlichen Chauffeure, vor der Strasse, welche in knapp hundert Kilometern extrem schlecht werden soll. Nach fünfzig Kilometern mit vielen Schlaglöchern überlegen wir, ob wir das falsch verstanden haben und es einfach hundert Kilometer schlechte Strasse sind. Doch nach weiteren 50 Kilometern merkten wir, dass wir die LKW-Fahrer keines falls falsch verstanden haben, denn die Strasse wurde noch schlechter. Von Schlaglöchern konnte man da nicht mehr reden. Es sind Schlaggruben, die quer über die Strasse gehen und, für uns, meist nur an einer Stelle, mit weniger als Schrittgeschwindigkeit passiert werden konnten. Nach einigen weiteren Kilometern kommen bis zu 500m lange Abschnitte dazu, die nur aus Schlamm und Spurrillen bestehen. Auch geht es nur langsam vorwärts und wir sind jedesmal heilfroh die andere Seite erreicht zu haben, ohne stecken zu bleiben. Nach dem wir in 4 Stunden auf der Hauptstrasse zwischen Bolivien und Paraguay nur 50km geschafft haben, halten wir an einer Holzkohlefabrik, wo uns die Arbeiter verständnisvoll einen Park- und Schlafplatz anbieten.

Am nächsten Tag werden die Strassenschäden weniger und wir erreichen unser Ziel, die Schweizer Kolonie Rosaleda. Es ist Siesta und wir beschliessen erstmal am Posthäuschen des Dorfes zu warten. Schon nach kurzer Zeit wird der erste Bewohner auf unser Schweizer Kennzeichen aufmerksam. Er heisst uns herzlich Willkommen im Dorf und schickt uns zum Bienen-Ernst, der sich immer über Besuch freut. Als wir den Hof erreichen, bekommen wir von ihm auch sofort das Angebot ein paar Tage zu bleiben. Wir nehmen gern an und können unseren mobilen Schlafplatz direkt in seinem wunderschönen Garten, neben den vielen bunten Vögeln parken.
In den nächsten Tagen erfahren wir viel über das Leben im Chaco. Der Chaco ist die Art Vegetation, die etwa die Hälfte von Paraguay ausmacht. Ein etwa fünf Meter hoher Busch in dem fast jedes Gewächs mit Dornen bestückt ist. Das Gebiet erstreckt sich etwa von Asuncion bis nach Bolivien. Mit viel mühevoller Arbeit haben sich die Schweizer Auswanderer hier einen Raum zum Leben und Arbeiten geschaffen. Viele betreiben Viehwirtschaft oder geniessen einfach ihre Pension in Paraguay.
Wir helfen bei Ernst auf der Estancia mit. Sind beim Viehtreiben durch den Busch dabei (Autsch!), beim Impfen der Tiere und haben Gelegenheit einer Notschlachtung nach indianischer Art und Weise beizuwohnen. Jeden Tag erfahren wir, beim gemeinsamen Essen oder in der Tereré-Pause, mehr über die Geschichte von Rosaleda. Nur wenige sind bis heute geblieben. Nach dem es sehr viele Interessenten beim ersten Treffen der auswanderungswilligen in der Schweiz gab und auch viele den Plan in die Tat umsetzten, sind viele wieder heimgekehrt. Mit den hohen Temperaturen im Sommer und der harten Arbeit sind nicht alle zurecht gekommen.
Wir lesen verschiedene Zeitungsartikel, welche die Rosaledaner als antiautoritäre Abenteurer darstellt, die sich nicht anpassen wollen. Wir lernen sie dagegen als sehr freundliche Menschen kennen. Sie haben den Wunsch nach etwas mehr Freiheit, als es für sie in der Schweiz möglich ist, in die Tat umgesetzt. Wir freuen uns über diese Erfahrung und die vielen spannenden Geschichten.
Nach ein paar Tagen bei Ernst, verlegen wir unseren Schlafplatz zu Mäse. Dieser führt die Landmaschinenwerkstatt des Dorfes und gleichzeitig betreibt er noch die Viehwirtschaft seines verstorbenen Freundes weiter. Zusammen mit seinen beiden Hunden führt er ein eher einsames Leben und freut sich sehr über unsere Gesellschaft. Auch er ist ein wundervoller Mensch mit sehr viel mehr Lebenserfahrung als sie die meisten überhaupt machen können. Er erzählt uns viel aus seinem Leben, in dem er in zwanzig Jahren als Montageleiter für verschiedene Firmen und Hilfsprojekte die ganze Welt bereist hat. Erfahrungen die uns sehr nachdenklich stimmen. Er berichtet von Zuständen auf Baustellen, die wir uns in Europa nicht vorstellen können und von unzähligen, wenig durchdachten Hilfsprojekten, die keinerlei Gewinn für die Zielgruppen brachten. In Europa wird von diesen Ergebnissen jedoch kaum berichtet.

Da wir so liebevoll und herzlich aufgenommen wurden, verlassen wir Rosaleda mit schwerem Herzen. Vielen Dank an die Rosaledaner für diese Zeit!

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Eingestellt von broschizzl 05:27 Archiviert in Paraguay Kommentare (0)

Kurz durch Bolivien

sunny 22 °C
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Bisher haben wir wirklich viel über die Grenzen in Südamerika gehört. Lange Wartezeiten, extrem gründliche Durchsuchungen und unfreundliche Beamte sind die Dinge mit denen man sich plagen müsse. Bei unserem ersten Grenzübertritt mit dem eigenen Auto traf nichts davon zu. Nach 40min waren wir auf dem Weg durch den Süden von Bolivien in Richtung Paraquay. Unsere Strecke führte uns als erstes nach Tupiza, wo wir in einem Hostel mit Parkplatz übernachteten. Beim Abendessen trafen wir weitere Reisende aus Israel und Brasilien, die im selben Hostel einen Unterschlupf gefunden haben und in den nächsten Tagen Ausflüge auf den Salar de Uyuni und in die Silberminen von Potosi geplant hatten.
Am nächsten Morgen waren sie allerdings voll bepackt im Treppenhaus des Hostels anzutreffen. Allerdings nicht auf dem Weg zu ihren Ausflügen sondern in Richtung La Paz ins Krankenhaus, da einer von Ihnen starke Bauchschmerzen hat. Wir schauten uns an und dachten zurück an das letzte Abendessen. Es erschien uns schon da sehr mutig, mit unerprobten Mägen Spaghetti Carbonara in Bolivien zu probieren. Wir wünschen gute Besserung!
Unsere Fahrt geht weiter durch das landschaftlich atemberaubend schöne Hochland von Bolivien. Den höchsten Punkt dieser Etappe passierten wir auf fast 3600m ü.N.N. nach einer langsamen Fahrt über doch recht gute Erdstrassen. Schwerstarbeit für unseren Don Blanco. Bei der Abfahrt wurde dann auch noch die Geländegängigkeit unseres T4 auf die Probe gestellt und wir waren froh als wir den Talboden erreichten. Für die kommende Nacht wollten wir uns einen ruhigen Platz neben der Strasse suchen. Da wir aber noch etwas vorsichtig sind was die Sicherheit betrifft, fuhren wir an vielen Möglichkeiten vorbei und wurden langsam nervös, da es auch schon begann, dunkel zu werden.
Wir erreichten Entre Rios nach 300km als die Nacht uns schon eingeholt hatte und versuchten im einzigen Hotel ein Zimmer zu bekommen. Erfolglos. Alle Zimmer seien vom Eigentümer belegt. Das haben wir zumindest verstanden. Auf der anderen Seite des Flusses soll es aber ein "Campesino" geben. Klingt nach Camping finden wir und schauen es uns an. Wie wir später erfahren sind die Campesinos die "Landlosen" also so etwas wie reisende Arbeiter. Dementsprechend günstig konnten wir unseren Bus für eine Nacht in den Hof stellen und dementsprechend niedrig war auch der Standart der Unterkunft. Aber wir hatten einen sicheren Schlafplatz und beschweren uns nicht.
Der nächste Tag führte uns durch bergige Dschungellandschaften mit grandiosen Ausblicken bis nach Villamontes, die letzte Stadt vor Paraquay.
In einem gemütlichen Hostel quartierten wir uns ein und gingen am nahgelegenen Fluss in ein Fischrestaurant. Auch hier waren wir uns nicht ganz sicher, wie gut die Idee ist, aber der Fisch sah so lecker aus und wurde direkt vor dem Restaurant auf dem Grill zubereitet. Wir setzten uns in das Restaurant mit den meisten Gästen. Der Fisch war frisch und "muy rico".
Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Hof des Hostels und machten erste nähere Bekanntschaften mit der tropischen Tierwelt. In einem Baum sass ein grün roter Ara der ziemlich neugierig war und auch nicht wegflog. Wie wir feststellten, kann er das nicht mehr, denn ihm wurden die Flügel gestutzt. Nicht gerade sehr tierfreundlich dachten wir uns. Doch es kam noch besser, der Sohn der Besitzerin zeigte uns einem Gürteltier, welches er nicht etwas als Haustier gefangen hat. In einer alten Waschmaschine wartet das arme Tier auf seinen Einsatz beim Abendessen. Vielleicht etwas ungewohnt für Europäer, aber es wird uns klar, dass die Tiere die für uns exotisch sind, hier zum Alltag gehören und damit auch auf den Teller kommen oder als Haustiere fungieren.
Nach dem Frühstück brachen wir wieder auf in Richtung Paraquay. Unser Ziel war ein Dorf, welches von Schweizer Auswanderern gegründet wurde. So schnell zu erreichen ist dies aber nicht, wie sich herausstellte.

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Eingestellt von broschizzl 13:30 Archiviert in Bolivien Kommentare (0)

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